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Keep calm, Taxi Cab Driver, and let the Authorities Handle It

Was habe ich diesen Job geliebt! Jahre lang durch Berlin gefahren und Fahrgästen ganz gleich welcher Hautfarben, Religionen, Ethnien, Provenienzen, Interessenlagen, Notsituationen, Befindlichkeiten – ich könnte diese Aufzählung noch bis zur völligen Redundanz  fortsetzen – mit professionellem Service, profunder Stadtkenntnis, stets in diversen Sprachen unterwegs und aus dem tagesaktuell Vollen schöpfend, zu Diensten gewesen.

Und jetzt soll das alles abrupt enden? Da kennt ihr mich alle schlecht. Es ist in den letzten Jahren kaum eine Nacht vergangen, in der ich von meiner Kundschaft keine Komplimente bekommen hätte. Und wer kann heutzutage schon von sich behaupten, in seinem Job täglich ein positives Feedback zu haben? Taxi zu fahren, zumal in einer sich derarart beständig fortentwickelnden Metropole, ist nicht mehr und nicht weniger als eine Kunst. In nur einer Nacht ist man Fachmann für den richtigen Ort, um einen Traumpartner zu finden, für die exakt auf den Geschäftstermin abgestimmte Sexorgie, für das Abservieren von Landeiern, oder auch einfach mal als Seelentröster für die wohlhabende und sexuell ausgehungerte Grunewald-Witwe (deren obszönes Gebaren man erst einmal an sich abperlen lassen muss). Aber lassen wir das. Ich will ja schließlich keinen Taxi-Roman schreiben.

Und dennoch: Ihr werdet schnell erkennen, dass meine Texte einen Zusammenhalt haben und ganz klar aus einer kreativen Krisensituation entspringen. Schreiben kann ich und quatschen auch. Aber es soll ja hier nicht um die Street-Credibility gehen, sondern um ein ernsthaftes Anliegen. Und das heißt nichts geringeres als eine neue Perspektive als Texter, Redakteur und Schreiber aus dem vollen Erfahrungsschatz der nächtlichen Hauptstadt.

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0 Thoughts to “Keep calm, Taxi Cab Driver, and let the Authorities Handle It”

  1. Bin mal 10 Jahre in Frankfurt Taxi gefahren. Heute möchte
    ich es nicht mehr machen – aber in den 80ern wars lustig! 😉

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