Schreiben

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Disziplin

Es ist gerade einmal halb Zwölf und alle Knochen tun mir weh. Und dennoch: der neue Job als Working Class Delivery Hero tut mir gut. Mit dem sedierenden Feierabend-Bierchen in wahlweise der U- oder S-Bahn sitzend, genieße ich die Entspanntheit eines vollbrachten Tagwerks. Und das ist auch völlig OK, gesellschaftlich sanktioniert. Die BVG "liebt [...]

By | 2017-02-09T16:45:06+00:00 Mai 29th, 2016|Arbeit, Schreiben|0 Comments

Ein Tag im Juli

Der Tag des Endspiels der Fußball-WM 2014. Im Rückblick ein Kulminationspunkt vieler vorausgegangener Jahre mit all ihren biografischen Brechungen, voll von extremen Höhen und Tiefen, reichlich Abschieden und Trennungen, quälenden und existenziell bedrohlichen Irrungen und Wirrungen. Kathartisch dieser Tag auch, weil seine bis zum heutigen Tag reichenden Auswirkungen auf mein Dasein paradoxerweise gerade in einem [...]

By | 2016-05-24T16:33:57+00:00 Mai 24th, 2016|Schreiben|2 Comments

Woisch Karle, du brauchscht e gscheits Öl

Dieser großartige Werbeslogan eines schwäbischen Lebensmittelherstellers – nennen wir ihn S. - hat mir seit der Zeit, in der ich zwecks Bekämpfung von berufsbedingter Langeweile und Müdigkeit unzählige Nächte hindurch Radio hörte, immer wieder aufs Neue zu denken gegeben. So wurde mir schnell klar, dass hinter der trivialen Aufforderung an einen Freund, er möge doch [...]

By | 2016-08-20T15:13:51+00:00 Mai 7th, 2016|Arbeit, Schreiben|0 Comments

A working class hero is something to be

Noch vor wenigen Tagen ließ ich mich an dieser Stelle über Zwangsräumungen, Weltuntergangsstimmungen und Selbstmordabsichten aus. All das war natürlich literarisch überhöht, und doch meiner derzeitigen Situation nicht ganz unangemessen. Und genau darum geht es mir hier. Blogger mögen ja bekanntermaßen Selbstdarsteller sein, wie immer wieder zu lesen ist. Aber sie sind um so vieles [...]

By | 2016-12-04T00:41:09+00:00 Mai 5th, 2016|Arbeit, Music, Musik, Schreiben|0 Comments

Sie werden kommen

Sie werden kommen, um mich abzuholen. Sie werden kommen, um mir alles zu nehmen. Stumm werden sie ihre Arbeit verrichten, denn: niemand fühlt sich dabei wohl. Ich habe es gewusst, war nicht überrascht, und doch ist dieser Moment ein unerträglicher. Wie im Taumel, wie im Rausch, verfolge ich die Verrichtungen der mit ihrem Tross angekommenen [...]

By | 2016-04-29T19:37:01+00:00 April 29th, 2016|Schreiben|1 Comment

Über den Selbstmord

In diesem Lande, und in dieser Zeit, dürfte es trübe Abende nicht geben. Auch hohe Brücken über die Flüsse. Selbst die Stunden zwischen Nacht und Morgen. Und die ganze Winterzeit dazu. Das ist gefährlich. Denn: Angesichts dieses Elends werfen die Menschen in einem Augenblick ihr unerträgliches Leben fort. Aus dem „Hollywooder Liederbuch“ (Brecht/Eisler, 1942/43) Heute [...]

By | 2016-08-22T22:11:58+00:00 April 28th, 2016|Lokales, Musik, Schreiben|0 Comments

Weltuntergangsstimmung

Es könnte jetzt alles so schön sein. Ist es aber nicht. Der April zeigt sich im Steglitzer Südende von seiner wahrlich garstigsten Seite. Innerhalb nur einer Stunde verzeichnete ich hier in chronologischer Reihenfolge Sturm, Regen, Sonnenlicht, Verdunkelung, Aufhellung, strahlend blauen Himmel, graue Wolkenwände, dann plötzlich wieder eine geradezu kitschig sich anbiedernde Frühlingskulisse oder wahlweise einen [...]

By | 2016-08-29T14:44:32+00:00 April 27th, 2016|Lokales, Schreiben|0 Comments

Neulich im Krematorium Puttkamer Straße

„Nach langer, schwerer Krankheit“, wie man häufig liest, habe ich heute Abschied von P. genommen. Es war eine recht würdelose Zeremonie in diesem Nazi-Gebäude mit seiner brutalen Sandsteinfassade nahe der Berliner Wilhelmstraße. In unmittelbarer Nähe zum Touristenmekka Checkpoint Charlie gelegen, vollziehen sich hier, in der Puttkamer Straße Tragödien, Schicksale, von denen die pulsierende Masse aus [...]

By | 2016-08-18T20:43:09+00:00 April 24th, 2016|Schreiben|0 Comments

Der „Process“ ist vollzogen, und ich werde, im Gegensatz zu Josef K., weiterleben

Verlagseinband der Erstausgabe 1925 - Copyright H.P. Haack, Antiquariat Dr. Haack, Leipzig - Privatbesitz Wir erinnern uns: Der Bankprokurist Josef K., der Protagonist des Romans, wird am Morgen seines 30. Geburtstages verhaftet, ohne sich einer Schuld bewusst zu sein. Trotz seiner Festnahme darf sich K. noch frei bewegen und weiter seiner Arbeit nachgehen. [...]

By | 2016-04-17T08:20:30+00:00 April 17th, 2016|Schreiben|0 Comments

Keep calm, Taxi Cab Driver, and let the Authorities Handle It

Was habe ich diesen Job geliebt! Jahre lang durch Berlin gefahren und Fahrgästen ganz gleich welcher Hautfarben, Religionen, Ethnien, Provenienzen, Interessenlagen, Notsituationen, Befindlichkeiten - ich könnte diese Aufzählung noch bis zur völligen Redundanz  fortsetzen - mit professionellem Service, profunder Stadtkenntnis, stets in diversen Sprachen unterwegs und aus dem tagesaktuell Vollen schöpfend, zu Diensten gewesen. [...]

By | 2017-02-08T13:34:31+00:00 April 11th, 2016|Arbeit, Schreiben|0 Comments